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Niasonys Debütalbum „Afroplastique“

„Schöne Dinge wachsen inmitten der Dornen“ weiß ein Aphorismus aus dem Kongo. Er passt perfekt auf Niasony. Die Sängerin, die den Kongo mit dreizehn in Richtung Deutschland verlassen hat, gilt als die „Tina Turner des Kongos“, „die neue Diva des kongolesischen Chansons“ oder Dank ihrer dunklen Samtstimme sogar als die „Afro-Sade“, je nachdem, wen fragt. Mit ihrem Debütalbum beweist sich die charismatische Musikerin als „Groove-Operator“ für den Tanz des Lebens, einnehmend ausgewogen zwischen körperlicher Ekstase und sinnlicher Melancholie – authentisch, pulsierend, provokant und hypnotisch.

Mit ihrem Debütalbum „Afroplastique“ präsentiert Niasony eine umwerfende Songsammlung – und eine Art Blaupause für die afro-internationale Popmusik der Zukunft. Sie sing fast durchweg auf Lingala, der Landessprache ihren alten Heimat , und das zu modernen Beat-Konstruktionen, die sich gerne an Dub, Downtempo, Funk, Afro-Soul oder Soukous erinnern und doch mehr nach coolen Club-Sounds als nach irgendeiner, wie auch immer definierten World Music klingen. „Afroplastique“ ist ihre eigene Melange aus funky Afrobeat, rhythmischem Soukous und treibendem Reggae. Alles andere als puristisch, setzt sich Niasony mit ihrem angenehm ansteckenden Sound nicht etwa zwischen die Stühle, sondern begeistert universell: Pop-Freunde gefallen ihren starken Melodien, Soul-Fans schwelgen außerdem in den Grooves, im „Benelux Reggae Contest“ begeistert Sie als „Zap Mama meets Reggae – eine großartige Entdeckung“ und die kanadische CBC betitelt Niasony als die neue Diva in der Weltmusik, die man unbedingt hören muss. Doch da ist mehr: Niasony nutzt ihre Musik auch als politische Plattform. Wie viele ihrer Landsleute im Exil fühlt sie sich zerrissen zwischen dem „funktionierenden“ Europa und einer Heimat, die Armut und Gewalt – besonders gegen Frauen – geprägt ist. Den Albumtitel erklärt sie so:“AFRO steht für meine Wurzeln und PLASTIQUE für die Armut, die ich nie vergessen werde. Denn meine ersten Schuhe waren ein Paar Kindersandalen aus brauen Plastik, auf die ich sehr stolz war“.

Auf „Afroplastique“, dem Album, geht es in dreizehn sagenhaften Songs um Themen wie Waisenkinder ( im hitverdächtigen Ohrwurm „Band Ndeke“) und Hunger ( dem Soukous-Soul von „Sokoto“), um Krieg und Frieden, Verzweiflung und Hoffnung. Auch deshalb wird Niasony schon als neuer aufgehender Stern des kongolesischen Musik gehandelt, protegiert und gefördert von den großen Altstars Zaires – insbesondere Papi Tex und Empire Bakuba. Doch so ernst ihrer Themen ( und ihr Blick ) auch sein mögen, Niasonys Botschaft ist eindeutig positiv: „Es ist besser , im Regen zu tanezn, als auf die Sonne zu warten“.

Quelle: niasony.com

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